Hitze im Homeoffice: Was wirklich hilft, wenn es zu Hause zu heiß wird

Veröffentlicht am 29. August 2026 um 21:27
Homeoffice-Arbeitsplatz an einem heißen Sommertag mit Sonneneinstrahlung und Ventilator

Bild: KI-generierte Illustration

Wenn sich das Homeoffice im Sommer immer weiter aufheizt, helfen pauschale Tipps wie „Fenster auf“ oder „Ventilator an“ nur bedingt. Denn nicht jede Maßnahme macht tatsächlich den Raum kühler. Manche verhindern vor allem, dass noch mehr Wärme hineinkommt, andere sorgen lediglich dafür, dass sich die Hitze am Schreibtisch erträglicher anfühlt.

Genau deshalb geht es in diesem Ratgeber nicht um eine möglichst lange Liste von Sommer-Hacks. Du erfährst, wann Lüften sinnvoll ist, was Sonnenschutz tatsächlich bringt, warum ein Ventilator keinen Raum herunterkühlt und wo Luftkühler oder Klimageräte ihre Grenzen haben.

Mit dem Hitze-Check fürs Homeoffice kannst du außerdem anhand deiner aktuellen Situation prüfen, welche Maßnahmen zuerst sinnvoll sind. Weiter unten klären wir auch, wie die bekannten Temperaturgrenzen am Arbeitsplatz einzuordnen sind und warum dabei zwischen Telearbeit und mobilem Arbeiten unterschieden werden muss.

HERO-Soforthilfe bei Hitze

Bevor du etwas kaufst: Prüfe zuerst diese vier Punkte. Oft lässt sich die Situation am Arbeitsplatz schon mit einfachen Maßnahmen verbessern.

1
Draußen ist es kühler als drinnen?

Dann lohnt sich Lüften, möglichst mit weit geöffneten Fenstern und Durchzug. Wird es draußen wärmer als im Raum, sollten die Fenster weitgehend geschlossen bleiben, sofern Luftqualität und Feuchtigkeit das zulassen.

2
Die Sonne scheint direkt durchs Fenster?

Nutze vorhandenen Sonnenschutz möglichst früh. Außenliegende Rollläden oder Jalousien halten Wärmeeintrag in der Regel wirksamer ab als ein Vorhang im Raum.

3
Der Raum ist bereits warm?

Ein Ventilator kann die Luft am Arbeitsplatz bewegen und dadurch für gefühlte Abkühlung sorgen. Die Raumtemperatur selbst senkt ein normaler Ventilator jedoch nicht.

4
Ein anderer Raum ist deutlich kühler?

Wenn deine Arbeit dort sinnvoll möglich ist, kann ein vorübergehender Arbeitsplatzwechsel die einfachste Lösung sein.


Hitze-Check fürs Homeoffice

Gib kurz an, wie es an deinem Arbeitsplatz gerade aussieht. Der Check zeigt dir, welche Maßnahmen in deiner Situation zuerst sinnvoll sein können – ohne Produktwerbung und ohne erfundenen Hitzescore.

Scheint direkte Sonne ins Zimmer?
Kannst du das Fenster beschatten?
Kannst du querlüften?
Gibt es einen deutlich kühleren Raum?
Hast du einen Ventilator?

Was kühlt im Homeoffice wirklich und was fühlt sich nur kühler an?

Bei Hitze am Schreibtisch ist eine Unterscheidung besonders wichtig: Soll der Raum tatsächlich kühler werden oder soll sich die Wärme für dich weniger unangenehm anfühlen? Das klingt ähnlich, technisch passiert dabei aber etwas völlig anderes.

Ein Ventilator ist das einfachste Beispiel. Er senkt die Raumtemperatur nicht. Die bewegte Luft kann sich auf der Haut trotzdem angenehmer anfühlen. Eine Klimaanlage dagegen entzieht der Raumluft Wärme und führt diese nach außen ab. Sonnenschutz wiederum kühlt einen bereits aufgeheizten Raum nicht aktiv, kann aber verhindern, dass durch direkte Sonneneinstrahlung noch mehr Wärme hineinkommt.

Maßnahme Wird der Raum tatsächlich kühler? Was sie hauptsächlich bewirkt
Lüften bei kühlerer Außenluft Ja, möglich Warme Raumluft wird gegen kühlere Außenluft ausgetauscht.
Sonnenschutz Nein, nicht aktiv Reduziert zusätzlichen Wärmeeintrag durch direkte Sonneneinstrahlung.
Ventilator Nein Bewegt die Luft und kann dadurch für gefühlte Abkühlung sorgen.
Luftkühler mit Wasser Nur begrenzt Verdunstung kann lokal kühlen, gleichzeitig steigt die Luftfeuchtigkeit.
Klimagerät Ja Entzieht der Raumluft Wärme und transportiert sie nach außen.
Infografik zum Unterschied zwischen Raumkühlung und gefühlter Abkühlung im Homeoffice

Bild: KI-generierte Illustration

Für den Arbeitsplatz bedeutet das: Ein Ventilator kann völlig ausreichen, wenn du vor allem etwas Luftbewegung brauchst. Ist dagegen der gesamte Raum stark aufgeheizt, wird er dadurch nicht plötzlich um mehrere Grad kühler. Umgekehrt lohnt es sich häufig, zuerst den Wärmeeintrag zu begrenzen und kühlere Außenluft zu nutzen, bevor über aktive Klimatisierung nachgedacht wird.

Genau deshalb schauen wir uns die einzelnen Möglichkeiten im nächsten Schritt genauer an.


Richtig lüften bei Hitze: Wann Fenster auf und wann besser zu?

Ob Lüften das Homeoffice tatsächlich abkühlt, hängt vor allem von einem einfachen Vergleich ab: Ist es draußen kühler als im Raum, kann Lüften Wärme nach außen transportieren. Ist die Außenluft bereits wärmer, holst du mit dauerhaft geöffneten Fenstern zusätzliche Wärme herein.

Am günstigsten sind deshalb häufig die Abend-, Nacht- und frühen Morgenstunden. Wenn die Außentemperatur unter der Raumtemperatur liegt, Fenster möglichst weit öffnen. Noch wirksamer ist Querlüften über gegenüberliegende Fenster oder Türen, weil die warme Raumluft schneller ausgetauscht werden kann.

Sobald es draußen wieder wärmer wird als drinnen, sollten die Fenster nicht einfach den ganzen Tag weit offen bleiben. Das bedeutet allerdings nicht, dass ein aufgeheiztes Homeoffice stundenlang komplett abgeriegelt werden sollte. Je nach Personenanzahl, Luftfeuchtigkeit und Luftqualität kann auch tagsüber Lüften notwendig sein.

Eine brauchbare Sommerregel lautet deshalb nicht „morgens lüften und danach Fenster zu“, sondern: Innen- und Außentemperatur vergleichen. Genau nach diesem Prinzip arbeitet auch der Hitze-Check weiter oben.


Bild: KI-generierte Illustration


Sonne und Wärme draußen halten: Vorbeugen ist leichter als später kühlen

Direkte Sonneneinstrahlung kann einen Raum über Stunden stark aufheizen. Besonders problematisch sind große Fensterflächen sowie Räume, die nach Süden oder Westen ausgerichtet sind. Deshalb lohnt es sich, die Wärme möglichst früh abzufangen, bevor sich Fenster, Möbel und Wände aufgeheizt haben.

Am wirksamsten ist in der Regel ein außenliegender Sonnenschutz, etwa Rollläden, Außenjalousien oder Markisen. Sie halten einen Teil der Sonnenstrahlung bereits vor der Fensterscheibe ab. Innenliegende Rollos oder Vorhänge können ebenfalls helfen, sind beim Wärmeschutz aber meist weniger wirksam, weil die Sonnenenergie das Fenster bereits passiert hat.

Für das Homeoffice bedeutet das: Sonnenschutz nicht erst schließen, wenn der Raum schon heiß ist. Scheint morgens oder mittags direkte Sonne auf das Fenster, sollte vorhandener Schutz möglichst früh genutzt werden. Dabei muss der Raum nicht vollständig verdunkelt werden. Entscheidend ist, direkte Sonneneinstrahlung auf Fenster und Arbeitsplatz zu reduzieren.

Auch die Position des Schreibtischs kann einen Unterschied machen. Wenn Sonne mehrere Stunden direkt auf den Arbeitsplatz fällt, kann ein vorübergehender Wechsel an eine schattigere Stelle sinnvoller sein, als später gegen einen bereits aufgeheizten Raum anzukämpfen.


Ventilator im Homeoffice: sinnvoll, aber kein Klimagerät

Ein Ventilator gehört zu den einfachsten Möglichkeiten, einen warmen Arbeitsplatz angenehmer zu machen. Seine Wirkung wird allerdings häufig falsch verstanden: Er kühlt nicht die Raumluft, sondern bewegt sie. Dadurch kann Feuchtigkeit auf der Haut leichter verdunsten und die Luftbewegung wird als kühlend empfunden.

Für das Homeoffice ist das durchaus nützlich. Statt den gesamten Raum herunterzukühlen, lässt sich die Luft gezielt dort bewegen, wo gearbeitet wird. Ein kleiner Tischventilator kann dafür ebenso ausreichen wie ein größeres Standgerät. Entscheidend ist weniger die Bauform als eine angenehme Luftströmung am Arbeitsplatz.

Direkter, starker Luftzug über mehrere Stunden muss dabei nicht die beste Einstellung sein. Die BAuA weist darauf hin, dass nicht jeder Zugluft gut verträgt. Außerdem können Ventilatoren Staub und Pollen aufwirbeln. Eine etwas indirektere Ausrichtung kann deshalb angenehmer sein, beispielsweise seitlich am Schreibtisch statt permanent frontal auf Gesicht und Augen.

Wenn dich das Geräusch des Ventilators bei konzentrierter Arbeit oder in Videocalls stört, hilft dir mein 5-Minuten-Check gegen Lärm im Homeoffice, die Geräuschquelle genauer einzuordnen.

Wer einen Ventilator fürs Büro oder Homeoffice sucht, sollte deshalb nicht erwarten, damit einen aufgeheizten Raum um mehrere Grad herunterzukühlen. Dafür braucht es andere Maßnahmen. Seine Stärke liegt darin, mit vergleichsweise wenig Aufwand direkt am Arbeitsplatz für Luftbewegung zu sorgen.

Besonders sinnvoll ist die Kombination: Morgens kühlere Außenluft zum Lüften nutzen, direkte Sonneneinstrahlung möglichst begrenzen und den Ventilator anschließend dort einsetzen, wo die Luftbewegung tatsächlich gebraucht wird.


Luftkühler, Kühlakkus & Co.: Was bringen die einfachen Kühltricks?

Bei großer Hitze wirken einfache Lösungen verlockend: ein Luftkühler mit Wassertank, ein nasses Handtuch vor dem Ventilator oder ein paar Kühlakkus im Raum. Dabei sollte man die Erwartungen realistisch halten. Verdunstung kann Wärme aufnehmen, macht aus einem kleinen Gerät aber noch keine Klimaanlage.

Luftkühler beziehungsweise Verdunstungsgeräte führen Wasser der Raumluft zu. Direkt vor dem Gerät kann sich das durchaus angenehm anfühlen. Für die wirksame Kühlung eines ganzen Zimmers sind kleine Geräte jedoch nur eingeschränkt geeignet. Gleichzeitig steigt durch das verdunstete Wasser die Luftfeuchtigkeit. Gerade wenn diese ohnehin hoch ist, kann das schnell zum Nachteil werden.

Ähnlich sieht es bei nassen Handtüchern aus. Beim Verdunsten des Wassers wird Wärme aufgenommen. Der Effekt ist real, aber begrenzt und mit zusätzlicher Feuchtigkeit im Raum verbunden. Als einfache Unterstützung kann das funktionieren, einen stark aufgeheizten Arbeitsraum ersetzt diese Methode jedoch nicht.

Kühlakkus wirken noch lokaler. Sie können beispielsweise in ein Tuch gewickelt zur persönlichen Abkühlung genutzt werden. Um die Temperatur eines ganzen Zimmers spürbar zu senken, ist die darin gespeicherte Kältemenge dagegen viel zu gering. Kühlakkus würde ich deshalb eher der persönlichen Abkühlung als der Raumkühlung zuordnen.

Besondere Vorsicht ist bei sogenannten „Mini-Klimaanlagen“ angebracht. Manche günstigen Geräte sind technisch nichts anderes als Ventilatoren oder kleine Verdunstungsgeräte. Eine echte Klimaanlage muss die aufgenommene Wärme letztlich aus dem Raum herausbefördern. Fehlt diese Möglichkeit, sollte man Werbeversprechen über eine starke Abkühlung des gesamten Zimmers kritisch betrachten.

Für das Homeoffice gilt damit eine einfache Einordnung: Luftbewegung und Verdunstung können direkt am Arbeitsplatz helfen. Wer dagegen die Temperatur eines aufgeheizten Raums deutlich senken möchte, braucht eine Lösung, die Wärme tatsächlich aus dem Raum abführt.


Arbeitsplatz an heißen Tagen sinnvoll anpassen

Nicht jede Hitzemaßnahme muss direkt am Fenster oder an der Raumtechnik ansetzen. Manchmal hilft es schon, den Arbeitsplatz für ein paar Stunden anders zu organisieren.

Wenn ein anderer Raum deutlich kühler ist, kann ein vorübergehender Wechsel sinnvoll sein. Das gilt besonders für Wohnungen, in denen einzelne Zimmer durch Lage, Fensterflächen oder Sonneneinstrahlung sehr unterschiedlich warm werden. Voraussetzung ist natürlich, dass sich dort vernünftig arbeiten lässt und Bildschirm, Sitzposition und Arbeitsmaterial nicht völlig improvisiert werden müssen.

Wenn du vorübergehend an einen anderen Platz wechselst, kannst du mit meinem Ergonomie-Check fürs Homeoffice prüfen, ob Tisch, Stuhl und Bildschirm dort weiterhin sinnvoll zusammenpassen.

Auch der Zeitpunkt der Arbeit kann eine Rolle spielen. Wer seine Arbeitszeit flexibel gestalten darf, kann konzentriertere Aufgaben in kühlere Morgenstunden legen und weniger anspruchsvolle Tätigkeiten auf später verschieben. Solche Anpassungen sollten mit dem Arbeitgeber abgestimmt sein, wenn feste Arbeitszeiten oder Erreichbarkeiten gelten.

Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf Wärmequellen direkt am Arbeitsplatz. Große Monitore, leistungsstarke Rechner, Ladegeräte oder Lampen geben Wärme an den Raum ab. Das ist meist nicht der Hauptgrund für ein aufgeheiztes Zimmer, kann die Situation aber etwas verschärfen. Geräte, die gerade nicht gebraucht werden, müssen deshalb nicht unnötig weiterlaufen.

Auch leichte Kleidung und regelmäßiges Trinken gehören zu den einfachen Maßnahmen an heißen Tagen. Dabei geht es nicht um komplizierte Gesundheitsregeln, sondern darum, die Arbeitsbedingungen möglichst angenehm und praktikabel zu halten.

Für das Homeoffice ergibt sich daraus eine einfache Reihenfolge: erst Wärme möglichst draußen halten, dann kühlere Bereiche oder Tageszeiten nutzen und erst danach über technische Kühlung nachdenken.


Wie warm darf es im Homeoffice sein?

Die oft genannten Grenzwerte von 26, 30 und 35 °C stammen aus der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A3.5. Sie bedeuten allerdings nicht, dass Beschäftigte ab einer bestimmten Temperatur automatisch die Arbeit einstellen dürfen.

Für klassische Arbeitsräume gilt bei sommerlicher Hitze ein abgestuftes System. Steigt die Raumtemperatur über 26 °C und liegt auch die Außentemperatur über 26 °C, sollen zusätzliche Maßnahmen geprüft und ergriffen werden. Ab mehr als 30 °C müssen wirksame Maßnahmen getroffen werden. Überschreitet die Raumtemperatur 35 °C, ist der Raum ohne besondere Schutzmaßnahmen für die Dauer der Überschreitung nicht als Arbeitsraum geeignet.

Beim Homeoffice kommt eine wichtige Besonderheit hinzu: Homeoffice ist rechtlich nicht immer dasselbe. Ein fest eingerichteter Telearbeitsplatz im Sinne der Arbeitsstättenverordnung ist anders zu beurteilen als mobiles Arbeiten, bei dem Beschäftigte beispielsweise gelegentlich von zu Hause arbeiten. Die Arbeitsstättenverordnung erfasst Telearbeitsplätze, mobiles Arbeiten dagegen grundsätzlich nicht in gleicher Weise. Die allgemeinen Pflichten des Arbeitsschutzes bestehen dennoch auch bei mobiler Arbeit.

Die Temperaturwerte aus der ASR A3.5 sollten deshalb nicht pauschal mit der Aussage „Ab 30 oder 35 Grad gilt das auch in jedem Homeoffice“ gleichgesetzt werden. Entscheidend ist unter anderem, wie der Arbeitsplatz rechtlich organisiert ist.

Raumtemperatur Einordnung nach ASR A3.5
Über 26 °C Bei sommerlich hoher Außentemperatur sollen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden.
Über 30 °C Wirksame Maßnahmen zur Verringerung der Belastung müssen ergriffen werden.
Über 35 °C Ohne besondere Schutzmaßnahmen ist der Raum während der Überschreitung nicht als Arbeitsraum geeignet.

Gibt es Hitzefrei im Homeoffice?

Die kurze Antwort lautet: Nein, einen allgemeinen Anspruch auf Hitzefrei ab einer bestimmten Temperatur gibt es für Beschäftigte nicht. Das gilt auch dann, wenn es am Arbeitsplatz deutlich wärmer als 30 °C wird.

Die Temperaturstufen aus der ASR A3.5 lösen vielmehr Pflichten zum Arbeitsschutz aus. Sie bedeuten nicht automatisch, dass Beschäftigte ab 30 oder 35 °C Feierabend machen dürfen. Bei hohen Temperaturen muss der Arbeitgeber prüfen, welche Maßnahmen erforderlich sind. Welche Regeln konkret greifen, hängt im Homeoffice zusätzlich davon ab, ob es sich um einen eingerichteten Telearbeitsplatz oder um mobiles Arbeiten von zu Hause handelt.

Auch bei mobiler Arbeit endet die Verantwortung des Arbeitgebers für den Arbeitsschutz nicht an der Wohnungstür. Das Bundesarbeitsministerium stellt ausdrücklich klar, dass die Regeln und Verantwortlichkeiten des Arbeitsschutzes auch im Homeoffice gelten.

Wird die Hitze während der Arbeit problematisch, ist deshalb die Abstimmung mit dem Arbeitgeber der sinnvollere Weg als die Annahme eines automatischen „Hitzefrei“. Je nach Tätigkeit und Vereinbarung können beispielsweise eine andere Arbeitszeit, ein anderer Arbeitsort oder weitere Schutzmaßnahmen infrage kommen.


Muss der Arbeitgeber Ventilator oder Klimaanlage im Homeoffice bezahlen?

Einen pauschalen Anspruch darauf, dass der Arbeitgeber bei sommerlicher Hitze einen Ventilator oder sogar eine Klimaanlage für die Wohnung bezahlt, gibt es nicht. Entscheidend ist auch hier, wie der Arbeitsplatz organisiert ist und welche Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten bestehen.

Bei einem fest eingerichteten Telearbeitsplatz ist die Situation klarer geregelt. Die Arbeitsstättenverordnung definiert Telearbeit als einen vom Arbeitgeber eingerichteten Bildschirmarbeitsplatz im Privatbereich. Die benötigte Ausstattung mit Mobiliar, Arbeitsmitteln und Kommunikationseinrichtungen wird dabei vom Arbeitgeber bereitgestellt und installiert.

Daraus folgt allerdings nicht automatisch, dass bei hohen Temperaturen jedes gewünschte Kühlgerät angeschafft werden muss. Der Arbeitgeber muss den Arbeitsschutz berücksichtigen und geeignete Maßnahmen festlegen. Das kann je nach Situation beispielsweise Sonnenschutz, organisatorische Maßnahmen, ein Ventilator oder eine andere Lösung sein. Welche Maßnahme erforderlich und angemessen ist, hängt von der konkreten Gefährdungsbeurteilung und den Arbeitsbedingungen ab.

Bei mobilem Arbeiten von zu Hause gibt es keine vergleichbare pauschale Ausstattungspflicht nach der Arbeitsstättenverordnung. Trotzdem bleibt der Arbeitgeber grundsätzlich für den Arbeitsschutz verantwortlich. Wer regelmäßig mit problematisch hohen Temperaturen arbeitet, sollte die Situation deshalb ansprechen, statt auf eigene Faust davon auszugehen, dass bestimmte Anschaffungskosten automatisch übernommen werden.

Ob Arbeitgeber beispielsweise Schreibtisch, Bürostuhl, Monitor oder andere Ausstattung fürs Homeoffice bezahlen müssen, hängt ebenfalls stark von der jeweiligen Arbeitsform und Vereinbarung ab. Das haben wir im Ratgeber „Homeoffice-Ausstattung: Was zahlt der Arbeitgeber wirklich?“ ausführlicher eingeordnet.



Häufige Fragen zu Hitze im Homeoffice

1 Senkt ein Ventilator die Temperatur im Zimmer?

Nein. Ein normaler Ventilator senkt die Raumtemperatur nicht. Die bewegte Luft kann sich auf der Haut trotzdem kühler anfühlen und dadurch das Arbeiten angenehmer machen. Soll dagegen der gesamte Raum tatsächlich abkühlen, muss Wärme aus dem Raum abgeführt oder weiterer Wärmeeintrag begrenzt werden.

2 Soll ich bei Hitze im Homeoffice die Fenster tagsüber geschlossen halten?

Nicht pauschal. Entscheidend ist vor allem der Unterschied zwischen Innen- und Außentemperatur. Ist es draußen kühler, kann Lüften den Raum abkühlen. Ist die Außenluft wärmer, bringt ein dauerhaft weit geöffnetes Fenster zusätzliche Wärme herein. Luftqualität und Feuchtigkeit müssen trotzdem berücksichtigt werden.

3 Kann ein Luftkühler eine Klimaanlage ersetzen?

In der Regel nicht. Ein Luftkühler mit Wasser nutzt Verdunstung und kann besonders in seiner unmittelbaren Umgebung für Abkühlung sorgen. Gleichzeitig gelangt zusätzliche Feuchtigkeit in die Raumluft. Eine echte Klimaanlage nimmt dagegen Wärme im Raum auf und transportiert sie nach außen.

4 Gibt es ab 30 oder 35 Grad Hitzefrei im Homeoffice?

Nein. Aus einer bestimmten Raumtemperatur entsteht nicht automatisch ein Anspruch auf Hitzefrei. Die Werte von 26, 30 und 35 °C aus der ASR A3.5 beschreiben abgestufte Anforderungen an den Arbeitsschutz. Im Homeoffice muss zusätzlich zwischen einem eingerichteten Telearbeitsplatz und mobilem Arbeiten von zu Hause unterschieden werden.


Fazit: Bei Hitze im Homeoffice zuerst die Ursache angehen

Hitze im Homeoffice lässt sich selten mit einer einzigen Maßnahme lösen. Entscheidend ist zuerst, woher die Wärme kommt und was du tatsächlich verbessern möchtest. Ein Ventilator kann den Arbeitsplatz angenehmer machen, senkt aber nicht die Raumtemperatur. Sonnenschutz hält zusätzliche Wärme draußen. Lüften hilft vor allem dann, wenn die Außenluft kühler ist als die Luft im Raum.

Deshalb lohnt sich eine einfache Reihenfolge: direkte Sonne möglichst früh abhalten, kühlere Tageszeiten zum Lüften nutzen und bei Bedarf einen weniger aufgeheizten Arbeitsplatz wählen. Reicht das nicht aus, können Ventilator, Luftkühler oder eine echte Klimatisierung je nach Situation eine Rolle spielen. Wichtig ist dabei, die Geräte nicht miteinander zu verwechseln und ihre Wirkung realistisch einzuschätzen.

Auch die häufig genannten 26, 30 und 35 °C bedeuten nicht automatisch Hitzefrei. Im Homeoffice kommt es zusätzlich darauf an, ob es sich um einen eingerichteten Telearbeitsplatz oder mobiles Arbeiten von zu Hause handelt.

Der praktischste Ansatz bleibt deshalb: erst Wärmeeintrag begrenzen, dann vorhandene Möglichkeiten sinnvoll nutzen und erst danach über zusätzliche Technik nachdenken. Der Hitze-Check weiter oben hilft dabei, die nächsten Schritte für die eigene Situation zu sortieren.



Quellen und fachliche Grundlage

Verwendete Quellen anzeigen

Für diesen Ratgeber wurden vor allem offizielle Arbeitsschutzquellen sowie aktuelle Informationen der Verbraucherzentralen und des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit verwendet. Rechtliche, technische und gesundheitliche Aussagen wurden anhand dieser Quellen geprüft.

Verbraucherzentrale: Wohnung kühlen – was hilft gegen Hitze zu Hause?

Grundlage für Lüften, Sonnenschutz, Ventilatoren und Maßnahmen gegen sommerlichen Wärmeeintrag.

Zur Verbraucherzentrale: Wohnung kühlen
Verbraucherzentrale: Hilft eine Mini-Klimaanlage gegen die große Hitze?

Grundlage für die Abgrenzung zwischen Ventilator, Verdunstungsgerät und echter Klimaanlage.

Zur Verbraucherzentrale: Mini-Klimaanlagen
BAuA: Empfehlungen für die Arbeit an heißen Sommertagen

Grundlage für Querlüftung, Ventilatoren, Sonnenschutz, Wärmequellen und organisatorische Maßnahmen bei Hitze.

Zu den BAuA-Sommertipps
BAuA: ASR A3.5 Raumtemperatur

Technische Regel für Arbeitsstätten. Grundlage für die Einordnung der Temperaturstufen bei 26, 30 und 35 °C.

Zur ASR A3.5 bei der BAuA
Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Homeoffice

Grundlage für die Einordnung von Homeoffice, mobilem Arbeiten und der Verantwortung für den Arbeitsschutz.

Zum BMAS: Homeoffice
Gesetze im Internet: § 2 Arbeitsstättenverordnung

Gesetzliche Grundlage für die Definition eines Telearbeitsplatzes und dessen Einrichtung.

Zu § 2 ArbStättV
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Hitzeschutz im Alltag

Grundlage für den gesundheitlichen Hinweis zu möglichen Warnzeichen einer stärkeren Hitzebelastung und zum Verhalten bei schweren Beschwerden. Veröffentlichung vom 10. Juli 2026.

Zum BIÖG: Sicher durch die Hitzewelle
Quellen zuletzt geprüft: 29. August 2026. Bei rechtlichen und fachlichen Vorgaben können sich Inhalte ändern. Die entsprechenden Angaben werden deshalb bei späteren Aktualisierungen erneut geprüft.

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