Vielleicht kennst du genau diesen Gedanken: Die Hand tut seit Tagen weh, bei manchen Bewegungen zieht oder sticht es – und nach ein paar Suchanfragen bei Google steht für dich fest: Das wird wohl ein Mausarm sein. Nun überlegst du, ob du erst ein günstiges Tape ausprobierst, eine Bandage bestellst oder doch einen Arzttermin vereinbarst. Genau an diesem Punkt soll dir dieser Ratgeber weiterhelfen.
Bei meiner Recherche habe ich schnell gemerkt, warum diese Entscheidung gar nicht so einfach ist: Unter dem Begriff Mausarm beziehungsweise RSI werden sehr unterschiedliche Beschwerden zusammengefasst. Das eine Video zeigt eine Anlage am Handgelenk, das nächste behandelt einen Tennisarm – und bei den Produkten reicht die Auswahl vom schmalen Tape bis zur stabilen Orthese.
Einfach zwei Videos und ein paar Amazon-Produkte untereinanderzusetzen, würde dir deshalb kaum helfen. Ich möchte stattdessen gemeinsam mit dir sortieren, was zu welcher Situation passt und wo die Grenze einer solchen Anleitung liegt.
Eine schmerzende Hand ist nicht automatisch ein Mausarm, auch wenn der Begriff bei Google schnell auftaucht. Dieser Artikel kann dir beim Sortieren helfen, aber keine Diagnose stellen. Wenn du die Hand deutlich schlechter bewegen kannst, die Beschwerden stark sind oder zunehmen, wenn Gefühl oder Kraft nachlassen oder eine Schwellung hinzukommt, solltest du die Ursache ärztlich abklären lassen.
Wie ich an diesen Ratgeber herangegangen bin: Ich habe für diesen Beitrag öffentliche Gesundheitsportale, Unterlagen des GKV-Spitzenverbands und eine aktuelle wissenschaftliche Übersichtsarbeit gelesen. Zusätzlich habe ich zwei Videoanleitungen von Olaf Kandt ausgewählt und ihm meine offenen fachlichen Fragen per E-Mail geschickt.
Wichtig ist mir dabei die Transparenz: Ich habe weder das Tape noch eine Bandage selbst ausprobiert. Du bekommst hier also keinen vorgetäuschten Erfahrungsbericht und keinen Produkttest. Ich zeige dir, was sich aus den Quellen und Videos ableiten lässt – und ebenso deutlich, was offenbleibt.
Mausarm tapen oder bandagieren – die kurze Antwort
Wenn die Beschwerden leicht sind, die Hand normal beweglich bleibt und es unter weniger Belastung schon besser wird, kann ein Tape oder eine Bandage eine mögliche Ergänzung sein.
Kannst du die Hand dagegen seit Tagen nur noch schlecht bewegen, stören die Schmerzen normale Tätigkeiten oder kommen Kribbeln, Taubheit oder Kraftverlust hinzu, würde ich nicht zuerst auf Verdacht einkaufen oder tapen. Dann hilft dir eine medizinische Einordnung mehr als das günstigste Produkt.
Tape, Bandage oder erst abklären? So kannst du die Situation sortieren
Ich würde die Entscheidung nicht allein davon abhängig machen, ob die Hand seit drei, fünf oder sieben Tagen schmerzt. Entscheidend ist vor allem: Was kannst du mit der Hand noch machen, wird es besser oder schlechter und sind weitere Auffälligkeiten hinzugekommen?
Genau der Fall, über den ich beim Schreiben nachgedacht habe: Nehmen wir an, deine Hand schmerzt seit ungefähr einer Woche und lässt sich nur noch schlecht bewegen. Du siehst eine Bandage für 30 oder 40 Euro, findest Tape deutlich günstiger und denkst: „Das probiere ich erst einmal aus.“
Genau in dieser Situation sollte mein Ratgeber dich nicht vorschnell zum Kauf schieben. Die eingeschränkte Beweglichkeit ist ein guter Grund, die Ursache zeitnah ärztlich abklären zu lassen.
Das bedeutet nicht automatisch Notaufnahme oder Panik. Kommen allerdings die unten genannten dringenden Warnzeichen hinzu, solltest du entsprechend schneller Hilfe suchen.
⚠️ Dringende Abklärung
Kannst du das Handgelenk gar nicht bewegen oder keine Gegenstände mehr halten, hast du sehr starke Schmerzen, einen Gefühlsverlust, eine deutliche Fehlstellung oder auffällige Verfärbung, solltest du dringend medizinische Hilfe suchen.
Außerhalb der regulären Sprechzeiten hilft in Deutschland die 116117 bei dringenden, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden. Für lebensbedrohliche Notfälle gilt 112.
Warum ich dir danach trotzdem die Anleitungen zeige
Arzt-Hinweis und Anleitung widersprechen sich nicht: Ich möchte dir nicht erst mit Warnhinweisen Angst machen und direkt danach so tun, als wäre ein Tape für jeden die Lösung. Die Hinweise sortieren lediglich, für wen welcher nächste Schritt gedacht ist.
Wenn deine Hand deutlich in ihrer Funktion eingeschränkt ist oder weitere Warnzeichen dazukommen, ist eine YouTube-Anleitung nicht dein sinnvollster nächster Schritt.
Hast du dagegen leichte Beschwerden ohne Warnzeichen – oder weißt nach einer Untersuchung bereits, womit du es zu tun hast –, kann dir eine praktische Demonstration beim Nachvollziehen der Anlage helfen.
Die Videos zeigen also das Wie, nicht das Ob. Sie können demonstrieren, wie Olaf Kandt das Tape zuschneidet und anlegt. Sie können aber nicht entscheiden, ob genau diese Anlage zu der Ursache deiner Beschwerden passt.
Was mit „Mausarm“ eigentlich gemeint ist
Wenn du den Begriff zuerst genauer einordnen und die möglichen Belastungen am Arbeitsplatz verstehen möchtest, lies meinen ausführlichen Mausarm-Ratgeber für das Homeoffice.
Bevor wir über Tape-Streifen und Bandagen sprechen, sollten wir kurz denselben Begriff meinen. „Mausarm“ ist keine einzelne, klar umrissene Verletzung an immer derselben Stelle.
Meist ist damit das RSI-Syndrom gemeint – also ein Sammelbegriff für Beschwerden, die durch wiederholte Bewegungen, lange ähnliche Handhaltungen und zu wenig Erholung begünstigt werden können. Betroffen sein können beispielsweise Hand, Handgelenk, Unterarm oder Ellenbogen, manchmal aber auch Schulter und Nacken.
Und genau das macht die Suche nach einer passenden Anleitung schwierig: Aus der Stelle, an der es zieht oder brennt, lässt sich nicht sicher ableiten, welche Struktur betroffen ist. Ähnliche Beschwerden können unter anderem auch bei einer Sehnenscheidenentzündung, einem Karpaltunnelsyndrom, einem Tennisarm, einer Gelenkerkrankung oder nach einer Verletzung auftreten.
Warum es nicht die eine Tape-Anlage für jeden Mausarm gibt
Bei der Videosuche wäre es verlockend gewesen, jede Anleitung für Handgelenk- oder Unterarmschmerzen einfach unter „Mausarm tapen“ einzuordnen. Das wäre zwar bequem, aber nicht sauber.
Eine Anlage für ein überlastetes Handgelenk ist etwas anderes als eine Anlage, die ausdrücklich für einen Tennisarm an der Außenseite des Ellenbogens gezeigt wird. Deshalb fasse ich beide Videos nicht unter dem Versprechen „So tapest du jeden Mausarm“ zusammen.
Auch wissenschaftliche Untersuchungen schauen sich in der Regel konkrete Beschwerden und nicht den unscharfen Sammelbegriff Mausarm an. Eine Metaanalyse von 2024 untersuchte zum Beispiel Kinesio-Tape bei lateraler Ellenbogentendinopathie, also beim Tennisarm. Das kann für diesen Sonderfall interessant sein, beweist aber nicht, dass dieselbe Technik bei jedem Hand-, Handgelenk- oder Unterarmschmerz hilft.
Tape, Bandage und Orthese: nicht dasselbe
Die Begriffe werden schnell durcheinandergeworfen. Für deine Entscheidung ist der Unterschied aber wichtig: Elastisches Kinesiologie-Tape klebt direkt auf der Haut, eine Bandage kannst du wieder abnehmen und eine Orthese kann Bewegungen gezielter begrenzen. In der gezeigten Handgelenk-Anlage kommt zusätzlich starres Fixiertape zum Einsatz.
| Hilfsmittel | Woran du es erkennst | Was das für dich bedeutet |
|---|---|---|
| Elastisches Kinesiologie-Tape | Dehnbarer Klebestreifen, der direkt auf der Haut liegt. Zuschnitt, Verlauf und Zug hängen von der jeweiligen Anlage ab. | Keine starre Ruhigstellung. Eine gezeigte Tape-Anlage passt nicht automatisch zu jeder Schmerzursache. |
| Starres Fixier- oder Sporttape | Kaum dehnbares Material, das stärker stabilisieren oder bestimmte Bewegungen begrenzen kann. In der gezeigten Handgelenk-Anlage wird es über der elastischen Basis befestigt. | Verlauf und Zug müssen besonders sorgfältig stimmen. Zu fest angelegte Fixierungen können unangenehmen Druck verursachen oder einschnüren. |
| Handgelenkbandage | Wiederverwendbares textiles Material, das Handgelenk, Mittelhand und teilweise den Unterarm umschließt. Je nach Modell sind zusätzliche Verstärkungen möglich. | Kann stützen oder komprimieren und lässt sich wieder abnehmen. Größe, Sitz und konkrete Ausführung müssen zur Hand passen. |
| Orthese oder Schiene | Stabilere Konstruktion mit festen Schienen, Verstärkungen, Verschlüssen oder einstellbaren Elementen. | Kann Bewegungen gezielter begrenzen oder das Gelenk in einer bestimmten Position halten. Der Einsatzzweck sollte zum geklärten Beschwerdebild passen. |
Wichtig: Produktbezeichnungen werden im Handel nicht immer einheitlich verwendet. Schau deshalb nicht nur auf den Namen „Bandage“ oder „Schiene“, sondern auch auf Bauart, Verstärkungen und den vom Hersteller genannten Einsatzzweck.
Quellen: GKV-Spitzenverband: Produktgruppe 05 Bandagen · GKV-Spitzenverband: Produktgruppe 23 Orthesen/Schienen
Mausarm am Handgelenk tapen
Warum ich diese Videoanleitung ausgewählt habe
Bei meiner Suche habe ich viele allgemeine Videos zum Handgelenk gefunden, aber nur wenige, die einen Bezug zur Bildschirmarbeit herstellen. Dieses Video von Olaf Kandt, dem Betreiber des Kanals „HOW TO TAPE“, ist eine der Ausnahmen: In der Beschreibung nennt er ausdrücklich Büroarbeit sowie RSI- beziehungsweise Mausarm-Beschwerden als mögliche Anwendungssituationen.
Das ist zunächst seine eigene Einordnung des Videos und noch keine Bestätigung dafür, dass die Anlage zu jedem schmerzenden Handgelenk passt.
Weil ich ihn weder fälschlich als Physiotherapeuten noch als Arzt vorstellen möchte, habe ich nachgefragt. Auf seiner Website bezeichnet er sich als Trainer und Instructor für kinesiologisches Tapen; seine genaue berufliche Bezeichnung und die Zuordnung zum Mausarm soll er mir nach Möglichkeit selbst bestätigen.
Bevor du auf „Play“ klickst
Wenn deine Hand deutlich schlechter beweglich ist oder eines der genannten Warnzeichen vorliegt, würde ich an dieser Stelle nicht mit einer Eigenanwendung weitermachen. Bei leichten Beschwerden ohne Warnzeichen oder bei bereits abgeklärten Überlastungsbeschwerden kannst du dir ansehen, wie Kandt die Handgelenk-Anlage demonstriert. Schau das Video am besten einmal vollständig an, bevor du selbst beginnst, und verändere Zuschnitt, Zug oder Position nicht einfach auf Verdacht.
Quelle: Olaf Kandt – HOW TO TAPE, „Handgelenk Tapen: Die beste Methode bei Überlastung“, YouTube, veröffentlicht am 20. April 2025.
Schritt für Schritt – Ablauf der gezeigten Handgelenk-Anlage
Das Transkript macht deutlich, dass Kandt hier nicht nur ein einzelnes Kinesiologie-Tape aufklebt. Er baut die Stabilisierung in mehreren Schichten auf: zuerst zwei lange elastische Basiszüge, darauf zwei starre Verstärkungszüge und zum Schluss umlaufende Fixierstreifen an Handgelenk und Hand.
Was für die gezeigte Anlage benötigt wird
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Elastisches Kinesiologie-Tape für die Basis- und Fixierzüge; in einem begleitenden Beitrag wird Leukotape K genannt.
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Starres Fixiertape für die beiden verstärkenden Längszüge. Die genaue Marke ist aus dem Transkript nicht eindeutig erkennbar.
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Eine geeignete Schere zum Zuschneiden und Abrunden der elastischen Tape-Enden.
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Trockene, unverletzte und nicht stark gereizte Haut.
Diese Textfassung soll das Video begleiten – nicht ersetzen
Vor allem der V-förmige Zuschnitt und die genaue Lage der langen Zügel lassen sich im bewegten Bild sicherer nachvollziehen. Hinzu kommt, dass Kandt die elastischen Längszüge mit sehr starkem Zug anlegt. Lies die folgenden Schritte daher als Zusammenfassung seiner Demonstration und nicht als Einladung, Zugstärke oder Verlauf ohne das Video zu improvisieren.
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Zwei lange elastische Basisstreifen vorbereiten. Kandt misst die Strecke vom Handgelenk bis zur Ellenbeuge ab und schneidet daraus zwei gleich lange Tape-Streifen. Alle vier Enden werden abgerundet.
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Die beiden umlaufenden Fixierstreifen zuschneiden. Ein Streifen wird anhand des Handgelenkumfangs abgemessen; seine Enden werden abgerundet. Für den zweiten wird der Handumfang gemessen. Dieser Streifen erhält in der Mitte den im Video gezeigten V-förmigen 45-Grad-Ausschnitt, während die äußeren Enden rund geschnitten werden.
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Den ersten elastischen Längszug auf der Handrückenseite anlegen. Das Trägerpapier wird in der Mitte geöffnet; an beiden Enden bleiben zunächst etwa drei bis vier Zentimeter bedeckt. Kandt setzt den mittleren Bereich auf dem Handrücken an, streckt das Handgelenk nach hinten und zieht das Tape laut Video zunächst vollständig, bevor er ungefähr zehn Prozent Zug zurücknimmt. Der Streifen verläuft anschließend über die Oberseite des Unterarms in Richtung Ellenbeuge. Die Enden werden ohne Zug aufgeklebt und das Tape wird gut angerieben.
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Den zweiten elastischen Längszug auf der Handinnenseite anlegen. Die Handfläche soll dafür trocken sein. Der mittlere Bereich wird in der Handfläche befestigt. Kandt verwendet erneut den im Video beschriebenen starken Zug und führt das Tape an der Unterarm-Innenseite nach oben. Die Ellenbeuge bleibt frei; am Handgelenk wird die Hand nach hinten gestreckt, damit keine Hautfalte mit eingeklebt wird. Auch hier laufen die Enden ohne Zug aus.
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Zwei starre Verstärkungsstreifen abmessen. Vom Handgelenk bis zur Ellenbeuge werden zwei gleich lange Stücke des starren Fixiertapes vorbereitet. Sie liegen später nicht frei auf der Haut, sondern auf den elastischen Basiszügen.
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Den starren Zug auf der Handinnen- und Unterarmseite befestigen. Kandt beginnt im Bereich der Handinnenfläche beziehungsweise des Handgelenks und klebt das starre Tape mit Zug nach oben auf den bereits liegenden elastischen Streifen. Anschließend reibt er es kräftig an, damit beide Tape-Schichten miteinander haften.
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Die Handrückenseite ebenfalls verstärken. Nach dem Drehen des Arms wird der zweite starre Streifen am Handgelenk angesetzt und mit Zug über den elastischen Basisstreifen auf der Oberseite des Unterarms geklebt und angerieben. Im Video erwähnt Kandt, dass beide starren Zügel bei Bedarf doppelt angelegt werden können; das ist eine optionale Variante und nicht gleichbedeutend mit „mehr ist immer besser“.
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Die Längszüge am Handgelenk locker fixieren. Der zuvor zugeschnittene Handgelenkstreifen wird in der Mitte angesetzt und mit nur leichtem Zug um das Handgelenk geführt. Kandt warnt hier ausdrücklich davor, die Hand zu strangulieren. Vergleichbare Fixierstreifen können laut Video bei Bedarf auch in der Mitte und weiter oben am Unterarm ergänzt werden.
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Den V-Cut zwischen Daumen und Zeigefinger platzieren. Beim letzten elastischen Streifen wird das Papier am V-Ausschnitt geöffnet. Der Ausschnitt kommt zwischen Daumen und Zeigefinger zu liegen. Die beiden breiten Enden werden mit leichtem Zug einmal über die Innen- und einmal über die Außenseite der Hand geführt und dort befestigt.
Nach dem Anlegen: Hand und Finger kontrollieren
Prüfe, ob sich die Fixierung irgendwo einschnürend anfühlt. Werden die Finger ungewöhnlich kalt oder verfärben sie sich, treten Kribbeln, Taubheit, zunehmende Schmerzen oder eine Schwellung auf, sollte die Anlage sofort entfernt werden. Das gilt besonders für die umlaufenden Fixierstreifen und das starre Tape.
Sicherheitsregeln vor einer Tape-Anwendung
Ein Tape wirkt auf den ersten Blick harmlos – schließlich ist es „nur“ ein Klebestreifen. Trotzdem liegt es direkt auf der Haut und kann unangenehm werden, wenn der Zug nicht passt oder die Haut reagiert. Diese Punkte würde ich deshalb nicht zwischen Produktbox und Video verstecken:
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Die Haut muss entsprechend der Produktanleitung vorbereitet werden; Tape nicht auf verletzte oder stark gereizte Haut kleben.
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Bei bekannter empfindlicher Haut zunächst die Hinweise des Herstellers zu einem kleinen Hauttest beachten.
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Das Tape vorsichtig entfernen, wenn Juckreiz, Brennen, deutliche Rötung oder Schwellung auftreten.
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Auch bei zunehmenden Schmerzen oder einem unangenehmen Druckgefühl die Anwendung abbrechen und die Ursache nicht mit weiterem Tape überdecken.
Unterarm tapen bei Mausarm – Sonderfall Tennisarm
Beim zweiten Video hatte ich deutlich mehr Zweifel. Es zeigt zwar eine Anlage am Unterarm, nennt im Titel aber ausdrücklich den Tennisarm. Kann man das trotzdem in einen Ratgeber über Mausarm aufnehmen? Meine Antwort ist: ja – aber nur, wenn wir genau erklären, dass es ein Sonderfall und keine allgemeine Unterarm-Anleitung ist.
Ein Tennisarm bezeichnet eine laterale Ellenbogentendinopathie beziehungsweise Beschwerden im Bereich der Sehnenansätze an der Außenseite des Ellenbogens. Mausarm ist dagegen ein weiter gefasster Sammelbegriff. Ein Ziehen im Unterarm reicht deshalb nicht aus, um daraus selbst einen Tennisarm abzuleiten.
Video – Tape-Anlage bei Tennisarm
In der Videoanleitung zeigt Olaf Kandt, wie er bei einem Tennisarm den äußeren Ellenbogen beziehungsweise Unterarm tapet. Dabei verwendet er ein 7,5 Zentimeter breites kinesiologisches Tape.
Ich binde das Video nicht mit der Aussage ein: „So tapest du deinen Mausarm am Unterarm.“ Es soll vielmehr zeigen, wie die Anlage bei dem konkreten, im Video genannten Beschwerdebild aussieht.
Kandt nennt zu Beginn außerdem eine Sehnenscheidenentzündung. Daraus mache ich hier bewusst keine zweite Anwendungsempfehlung. Eine Sehnenscheidenentzündung ist ein eigenes Beschwerdebild und kann unterschiedliche Regionen betreffen.
Für diesen Ratgeber ordne ich die gezeigte Anlage deshalb nur dort ein, wo sie im Video tatsächlich verläuft: vom Handrücken über die Streckseite des Unterarms bis zur Außenseite des Ellenbogens.
Warum ich dieses Video nicht einfach „Mausarm tapen“ nenne
Unterarmschmerz kann verschiedene Ursachen haben. Diese Demonstration passt daher nicht automatisch, nur weil dein Unterarm bei der Computerarbeit schmerzt. Sie ist eine praktische Ergänzung für den abgegrenzten Tennisarm-Fall – nicht die fehlende Universaltechnik für jeden Mausarm. Auch Kandt weist unter dem Video darauf hin, dass die Demonstration keine ärztliche Diagnose ersetzt.
Quelle: Olaf Kandt – HOW TO TAPE, „Tennisarm? So wirst du ihn SCHMERZFREI mit TAPE los!“, YouTube, veröffentlicht am 14. Dezember 2025.
Schritt für Schritt – Ablauf der gezeigten Tennisarm-Anlage
Das brauchst du für die gezeigte Anlage
Ein 7,5 Zentimeter breites elastisches Kinesiologie-Tape, eine Schere und trockene, unverletzte Haut. Kandt misst nur einen langen Streifen ab. Er reicht von den Fingerspitzen bis knapp über die Ellenbeuge und wird am Handende in zwei schmale Fingerzügel geteilt.
Beim Zug liegt hier der entscheidende Unterschied
Der Unterarm wird durch Faustschluss, Beugung und Drehung vorgedehnt. Den breiten Hauptstreifen legt Kandt anschließend ohne zusätzlichen Zug auf. Nur die beiden Fingerzügel werden mit sehr leichtem Zug angelegt. Zieh das Tape besonders an den Fingern nicht fester, als es im Video gezeigt wird.
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Länge abmessen. Kandt misst bei ausgestrecktem Arm einen Tape-Streifen von den Fingerspitzen bis knapp über die Beugefalte des Ellenbogens ab und schneidet ihn von der Rolle. Die spätere Richtung sollte dabei bereits stimmen: vom Handrücken längs über die Streckseite des Unterarms.
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Ein Ende abrunden und das Handende teilen. Nur das Ende, das später am Ellenbogen liegt, wird abgerundet. Am anderen Ende misst Kandt ungefähr die Fingerlänge ab und schneidet das Tape längs in der Mitte ein. So entstehen zwei schmale Zügel für Zeige- und Mittelfinger; der Einschnitt ist etwas länger als die Finger.
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Mittelteil auf dem Handrücken ansetzen. Die Schutzfolie wird zunächst in der Mitte des Tapes geöffnet. Der Beginn des Einschnitts liegt hinter den Fingern, während der noch ungeteilte Mittelteil faltenfrei auf dem Handrücken befestigt wird.
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Unterarmmuskulatur vordehnen. Das Modell macht eine Faust, beugt das Handgelenk und dreht die Hand zum Anwender. Dadurch wird die Streckseite des Unterarms gedehnt. Diese Körperhaltung erzeugt die Dehnung – nicht zusätzlicher Zug am breiten Tape.
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Breiten Streifen ohne Zug zum äußeren Ellenbogen führen. Kandt streicht das 7,5-Zentimeter-Tape von links nach rechts über den runden Unterarm, damit es möglichst faltenfrei liegt. Der Verlauf geht längs über den Handrücken und Unterarm und wird zum Schluss leicht nach außen in Richtung des schmerztypischen Bereichs am äußeren Ellenbogen gelenkt.
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Oberes Ende befestigen und anreiben. Die restliche Schutzfolie wird entfernt. Kandt legt das Tape zuerst mittig an und streicht es danach zu beiden Seiten glatt. Anschließend reibt er den gesamten Streifen gut an.
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Zeige- und Mittelfinger mit den beiden Zügeln einfassen. Je ein schmaler Zügel wird mit sehr leichtem Zug um Zeige- beziehungsweise Mittelfinger geführt. Im Video läuft das Tape ein Stück um die Fingerkuppe. Ein zu langes Ende sollte vor dem Aufkleben und mit Abstand zur Haut gekürzt werden – nicht mit der Schere direkt am Finger.
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Sitz und Beweglichkeit kontrollieren. Nach dem Anreiben beugt und hebt das Modell den Arm. Bei verkürzter Muskulatur entstehen im Video kleine Wellen im Tape. Das zeigt zunächst nur, dass die vorgedehnte Haut wieder in ihre Ausgangsposition zurückkehrt; es ist kein Beweis dafür, dass die Ursache der Beschwerden behandelt wurde.
Finger nach dem Aufkleben unbedingt kontrollieren
Weil diese Anlage zwei Finger einbezieht, solltest du direkt danach und später erneut Farbe, Wärme und Gefühl prüfen. Werden Zeige- oder Mittelfinger kalt, blass oder bläulich, kribbeln sie, fühlen sie sich taub an oder nehmen Schmerz und Schwellung zu, entferne das Tape sofort. Bei Hautreizungen gilt dasselbe.
Was ich aus dem Video nicht als gesicherte Wirkung übernehme
Kandt erklärt die sichtbaren Tape-Wellen damit, dass Haut sowie Blut- und Lymphgefäße angehoben beziehungsweise gedehnt würden, und bezeichnet dies als Weg zum Erfolg. Das ist seine Erklärung im Video, aber aus den Wellen allein lässt sich keine medizinische Wirkung ableiten.
Eine Metaanalyse von 2024 fand bei lateraler Ellenbogentendinopathie zwar mögliche Verbesserungen von Schmerz und Funktion, fordert jedoch weitere hochwertige Studien und ausdrücklich mehr Forschung zum Wirkmechanismus. Deshalb verspreche ich hier weder bessere Durchblutung noch Schmerzfreiheit.
Welche Tapes und Breiten werden in den Videos verwendet?
Eine Kleinigkeit ist mir beim Vergleich der Videos sofort aufgefallen: Die Tapes sind nicht nur unterschiedlich breit, beim Handgelenk werden sogar zwei verschiedene Tape-Arten miteinander kombiniert. Du brauchst für diese Anlage eine elastische Basis und ein starres Fixiertape.
Eine einzelne günstige Rolle Kinesiologie-Tape reicht dafür also nicht aus. Im Handel findest du elastische Rollen häufig mit fünf Zentimetern Breite, im Tennisarm-Video greift Kandt dagegen zu 7,5 Zentimetern. Das breitere Tape ist aber nicht automatisch „stärker“ oder besser – Material und Breite gehören zur jeweiligen Anlage.
Die beiden eingebundenen Videos zeigen unterschiedliche Tape-Anlagen und verwenden deshalb nicht genau dasselbe Material. Die folgende Übersicht dokumentiert, was in den Videos eingesetzt wird. Sie sagt nicht automatisch aus, welche Anlage zu deinen Beschwerden passt.
| Material | Verwendung und Einordnung |
|---|---|
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Elastisches Kinesiologie-Tape Im Handgelenk-Video: Leukotape K, 5 cm × 5 m |
Daraus werden die im Video benötigten Längs- und Fixierstreifen zugeschnitten. Die Angabe 5 cm × 5 m bezieht sich auf das dort genannte Produkt. Andere Kinesiologie-Tapes können sich bei Material, Kleber und Dehnbarkeit unterscheiden. |
| Unelastisches beziehungsweise starres Tape | Dieses Tape wird in der gezeigten Handgelenk-Anlage als zusätzliche Längszüge auf das elastische Tape geklebt. Im gesprochenen Teil des Videos werden Produkt und Breite nicht eindeutig genannt. Deshalb sollte hier kein bestimmtes Produkt als exakte Videoempfehlung ausgegeben werden. |
| Elastisches Kinesiologie-Tape, 7,5 cm breit | Diese Breite wird im separaten Tennisarm-Video verwendet. Aus einem langen Streifen entstehen der breite Unterarmteil und zwei eingeschnittene Zügel für Zeige- und Mittelfinger. Wichtig: Das Video zeigt eine Tennisarm-Anlage und damit nicht automatisch eine allgemein geeignete Tape-Technik für jeden sogenannten Mausarm. |
| Saubere, gut schneidende Schere | Sie wird zum Ablängen, Einschneiden und Abrunden der Tape-Ecken benötigt. Eine spezielle Tape-Schere kann praktisch sein, ist für Leser aber kein zwingender zusätzlicher Kauf. |
Hinweis bei empfindlicher Haut: Bezeichnungen wie „Sensitiv“ bedeuten nicht, dass Hautreaktionen ausgeschlossen sind. Prüfe deshalb Material, Kleber und Herstellerhinweise. Tape sollte nicht auf gereizte oder verletzte Haut geklebt werden. Bei Juckreiz, Brennen oder einer deutlichen Hautreaktion sollte es wieder entfernt werden.
Mausarm bandagieren – wäre das die einfachere Lösung?
Ich kann den Gedanken gut nachvollziehen: Eine Bandage wirkt unkomplizierter als mehrere zugeschnittene Tape-Streifen. Man zieht sie an, kann sie wieder ausziehen und muss nicht jedes Mal ein Video nebenherlaufen lassen. Dafür kostet ein vernünftiges Modell schnell mehr als eine Rolle Tape – und es bleibt die Frage, welche Ausführung überhaupt passt.
Eine elastische Bandage kann stützen oder komprimieren, während eine Orthese beziehungsweise Schiene Bewegungen deutlich stärker begrenzen kann. Mehr Stabilität ist aber nicht automatisch besser. Aus der selbst gestellten Diagnose „Mausarm“ lässt sich weder ein bestimmtes Modell noch eine Ruhigstellung ableiten. Größe, Sitz und Art der Stabilisierung sollten zu der betroffenen Region und zur geklärten Ursache passen.
Muss eine Bandage 30 bis 40 Euro aus eigener Tasche kosten?
Genau bei diesem Preis würde ich ebenfalls überlegen, ob ich das Geld sofort ausgebe – besonders dann, wenn ich ohnehin einen Arztbesuch plane. Die gute Nachricht: Medizinisch notwendige Hilfsmittel können in Deutschland ärztlich verordnet werden.
Bei gesetzlich Versicherten übernimmt die Krankenkasse die Kosten dann häufig größtenteils; Zuzahlungen oder Mehrkosten sind je nach Versorgung trotzdem möglich. Du musst also nicht vorschnell irgendeine Bandage auf eigene Kosten bestellen, nur um überhaupt etwas zu unternehmen.
Tape, Bandage oder Orthese bei der Computerarbeit?
Damit du nicht nur Preise vergleichst, habe ich die drei Varianten nach den Fragen sortiert, die am Schreibtisch tatsächlich auftauchen: Wie viel Bewegung bleibt, wie leicht lässt sich das Hilfsmittel wieder abnehmen und was kann an Haut, Tischkante oder Mausauflage stören?
| Prüffrage | Tape | Bandage | Orthese / Schiene |
|---|---|---|---|
| Wie stark wird Bewegung begrenzt? | Abhängig von Anlage und Material; normalerweise keine starre Fixierung | Abhängig von Material, Verstärkung und Modell | Kann Bewegungen gezielt stärker begrenzen |
| Wie wird es angelegt? | Zuschnitt und Technik erforderlich | Größe und Sitz müssen stimmen; meist wiederholbar anzulegen | Modell und Einstellung sollten zum Einsatzzweck passen |
| Wie leicht ist es abzunehmen? | Nicht für ständiges Ab- und Anlegen gedacht | Jederzeit abnehmbar | Jederzeit abnehmbar, häufig mit Verschlüssen |
| Was ist an der Haut zu beachten? | Kleber liegt direkt auf der Haut; Reaktionen möglich | Druck, Wärme und Reibung möglich | Druckstellen und korrekter Sitz müssen beachtet werden |
| Was sollte am Schreibtisch geprüft werden? | Halt, Hautgefühl und Bewegungsfreiheit | Ob Materialstärke oder Nähte an Tischkante beziehungsweise Mausauflage stören | Ob die vorgesehene Position die konkrete Computerarbeit überhaupt zulässt |
Die Übersicht hilft dir beim Vergleichen, ersetzt aber keinen eigenen Produkttest. Wie praktisch sich Tape, Bandage oder Orthese anfühlen, hängt vom konkreten Modell, der Größe, der Anlage und deinem Arbeitsplatz ab.
Was ich dir bei den Produkten guten Gewissens zeigen kann
Ich kann die in den Videos verwendeten Tape-Arten, passende Breiten, Rollenlängen und nachvollziehbare Herstellerangaben gegenüberstellen. Was ich ohne eigenen Test nicht seriös sagen kann: welches Tape am besten klebt, sich am angenehmsten trägt oder für dich am wirksamsten ist. Die später eingefügten Affiliate-Produkte sind deshalb Materialbeispiele zur Videoanleitung – keine „Testsieger“, keine angeblich besten Tapes und keine persönliche Kaufempfehlung aus eigener Anwendung.
Passende Materialien im Überblick
Die folgenden Produkte habe ich nicht selbst getestet. Die Auswahl beruht auf den im Video genannten Materialien und überprüfbaren Herstellerangaben. Sie ist keine Aussage darüber, welches Hilfsmittel zu deiner persönlichen Schmerzursache passt.
Im Handgelenk-Video genannt
Leukotape K · 5 cm × 5 m
- Elastisches Kinesiologie-Tape
- Im eingebundenen Handgelenk-Video ausdrücklich genannt
- Wird für die gezeigte Anlage passend zugeschnitten
- Herstellerangabe zur Rollengröße wurde überprüft
Wichtig: Das Video verwendet zusätzlich unelastisches Tape. Diese Box zeigt daher das sicher identifizierte elastische Grundmaterial und kein vollständiges Tape-Set.
Wiederverwendbares Bandagenbeispiel
Hansaplast Performance Handgelenk-Bandage
- Moderater Stützgrad bei erhaltener Beweglichkeit
- Flexibles Gewebe und anpassbares Stützband
- Für das rechte und linke Handgelenk geeignet
- S/M: 15–18 cm Handgelenkumfang
- L/XL: 17–20 cm Handgelenkumfang
Diese Bandage besitzt keine starre Schiene. Miss vor dem Kauf den Handgelenkumfang und beachte die Größentabelle sowie die Anwendungshinweise des Herstellers.
* Bei den gekennzeichneten Links handelt es sich um Affiliate-Links. Wenn du darüber etwas kaufst, erhalte ich möglicherweise eine Provision. Für dich entstehen dadurch keine zusätzlichen Kosten. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.
Was du aus Schmerzen nicht ableiten solltest
Bei der Recherche bin ich immer wieder über sehr schnelle Schlussfolgerungen gestolpert. Sie klingen logisch, können dich aber genau zum falschen Produkt oder zur falschen Anleitung führen:
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„Es schmerzt am Handgelenk, also brauche ich eine Handgelenkbandage.“
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„Es zieht im Unterarm, also passt die Tennisarm-Anlage.“
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„Tape ist günstiger, deshalb probiere ich es vor einer nötigen Abklärung.“
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„Wenn Tape den Schmerz dämpft, kann ich unverändert weiterarbeiten.“
Mir ist deshalb wichtiger, dass du nach diesem Ratgeber eine vernünftige nächste Entscheidung triffst, als dass du unbedingt über einen Affiliate-Link ein Tape oder eine Bandage kaufst. Ein Hilfsmittel sollte Warnzeichen nicht überdecken und dich nicht dazu verleiten, eine schmerzauslösende Belastung unverändert fortzusetzen.
Ursache geklärt – und jetzt den Arbeitsplatz überprüfen?
Tape oder Bandage können allenfalls unterstützen. Sie verändern aber nicht automatisch die Belastungen an Maus, Tastatur und Schreibtisch. Mit unserem Ergonomie-Check erkennst du, welche Bereiche deines Arbeitsplatzes bereits gut eingestellt sind und wo sich noch etwas verbessern lässt.
Ergonomie-Check startenDer Check stellt keine Diagnose und ersetzt keine medizinische Untersuchung.
Mein Fazit nach der Recherche
Ich würde aus diesem Thema keine einfache Kaufentscheidung machen. Wenn du die Hand seit Tagen deutlich schlechter bewegen kannst oder andere Warnzeichen bemerkst, ist das günstigere Tape nicht automatisch der vernünftigere erste Versuch. Dann bringt dir die Abklärung wahrscheinlich mehr als eine weitere Anleitung.
Bei leichten Beschwerden ohne Warnzeichen oder wenn du bereits weißt, woher die Überlastung kommt, können Tape oder Bandage eine ergänzende Möglichkeit sein. Genau dafür bleiben die Videoanleitungen im Beitrag. Sie sollen dir eine Technik verständlich zeigen – nicht versprechen, dass damit jeder Mausarm verschwindet.
Ich selbst habe die gezeigten Tapes und Bandagen nicht getestet. Mein Mehrwert in diesem Ratgeber liegt deshalb nicht in einem erfundenen persönlichen Testsieger, sondern im ehrlichen Sortieren der Möglichkeiten, der Videos und ihrer Grenzen. Sobald Olaf Kandt auf meine Fragen antwortet, ergänze ich seine fachliche Einordnung transparent.
Unabhängig vom Hilfsmittel lohnt sich außerdem der Blick auf Arbeitsabläufe, Pausen und die Gestaltung deines Arbeitsplatzes. Die Ausstattung kann eine Rolle spielen, ist aber nicht automatisch die einzige Ursache deiner Beschwerden.
HERO-TIPP: Nicht nur die Hand versorgen – auch Maus und Tastatur überprüfen
Tape oder Bandage verändern nicht automatisch, wie du deine Maus greifst, wie weit du den Arm bewegst oder in welcher Position dein Handgelenk beim Tippen liegt.
Wenn Maus und Tastatur nicht zu deiner Hand, deinem Arbeitsplatz oder deiner Arbeitsweise passen, kann die Belastung trotz Hilfsmittel bestehen bleiben.
Schau deshalb nicht nur darauf, was du an Hand oder Unterarm anlegst. In meinem großen Ratgeber zeige ich dir verschiedene Maus-und-Tastatur-Setups und erkläre, welche Lösungen sich für unterschiedliche Arbeitsweisen eignen.
Häufige Fragen (FAQ)
Kann ich einen Mausarm selbst tapen?
Wenn deine Beschwerden leicht sind, keine Warnzeichen vorliegen oder die Ursache bereits abgeklärt wurde, kannst du eine passende Anleitung grundsätzlich selbst nachvollziehen. Das Problem ist weniger das Aufkleben als die Auswahl der richtigen Anlage: Ein Video erkennt nicht, warum gerade deine Hand schmerzt.
Wo klebt man das Tape bei einem Mausarm hin?
Darauf gibt es leider keine einzige Stelle, die immer richtig ist. Die Handgelenk-Anlage und die Tennisarm-Anlage verlaufen an unterschiedlichen Regionen und sind für unterschiedliche Ausgangslagen gedacht. Orientiere dich daher nicht nur daran, wo es gerade zieht.
Kann ich mit dem Tape weiter an Maus und Tastatur arbeiten?
Das hängt von der Anlage, deiner Haut und der benötigten Bewegungsfreiheit ab. Wenn die Beschwerden beim Arbeiten zunehmen, sollte das Tape aber kein Freifahrtschein sein, einfach unverändert weiterzumachen.
Was würde ich eher wählen: Tape oder Bandage?
Für einen pauschalen Gewinner fehlen die Grundlage und ein eigener Produkttest. Tape ist günstiger und technikabhängig, eine Bandage lässt sich leichter abnehmen, und eine Orthese kann stärker stabilisieren. Entscheidend ist, welche Unterstützung zu deiner geklärten Situation passt.
Brauche ich für den Unterarm ein breiteres Tape?
Nicht automatisch. Im Tennisarm-Video wird ein 7,5 Zentimeter breites Tape verwendet; fünf Zentimeter sind eine verbreitete Standardbreite. Die Breite folgt der konkreten Anlage – breiter bedeutet nicht automatisch wirksamer.
Ist ein Tennisarm dasselbe wie ein Mausarm?
Nein. Ein Tennisarm bezeichnet ein konkreteres Beschwerdebild an der Außenseite des Ellenbogens. Mausarm beziehungsweise RSI ist ein weiter gefasster Sammelbegriff. Deshalb kennzeichne ich das zweite Video ausdrücklich als Sonderfall.
Wann würde ich nicht erst selbst tapen?
Wenn du die Hand deutlich schlechter bewegen kannst, normale Tätigkeiten kaum möglich sind, die Schmerzen zunehmen oder Kribbeln, Taubheit, Kraftverlust, Schwellung oder Wärme dazukommen. Nach einer Verletzung oder bei den beschriebenen dringenden Warnzeichen gehört die Ursache ebenfalls abgeklärt.
Kann ich mir eine Bandage verschreiben lassen?
Wenn ein Hilfsmittel medizinisch notwendig ist, kann es ärztlich verordnet werden. Bei gesetzlich Versicherten übernimmt die Krankenkasse die Kosten häufig größtenteils; eine Zuzahlung oder Mehrkosten können trotzdem entstehen.
Quellen und fachliche Grundlagen
- Gesundheitsportal Österreich: Mausarm und RSI-Syndrom
- Metaanalyse zu Kinesio-Tape bei Tennisarm
- GKV-Spitzenverband: Kosten, Zuzahlungen und Mehrkosten bei Hilfsmitteln
- 116117: Abgrenzung zwischen Bereitschaftsdienst und 112
- Olaf Kandts offizielle Website
- „Tennisarm? So wirst du ihn SCHMERZFREI mit TAPE los!“ – Olaf Kandt
- Handgelenk Tapen: Die beste Methode bei Überlastung“ – Olaf Kandt
- GKV-Spitzenverband – Produktgruppe 05: Bandagen (PDF)
- GKV-Spitzenverband – Produktgruppe 23: Orthesen und Schienen (PDF)
Fachlich und redaktionell geprüft am 18.07.2026
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